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Freitag, 7. August 1964


ab heute:

STADT LOBBERICH

Innenminister Willi Weyer übergibt die Urkunde um 15.00 Uhr bei einem Festakt im Astra-Theater

Ab heute, Freitag, 7. August 1964, darf die Gemeinde Lobberich die Bezeichnung "Stadt" führen. Die "Taufe" wird vollzogen heute nachmittag bei einem Festakt im Astra-Theater, zu dem prominente Gäste erwartet werden. Der Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Willy Weyer, überreicht die Urkunde Bürgermeister Hein Nicus.

Zu dem Festakt, dessen Programm in nebenstehendem Kasten veröffentlicht wird, sind etwa 700 Personen eingeladen worden. Die beschränkten Raumverhältnisse lasisen es nicht zu, jedern interessierten Bürger die Teilnahme zu ermöglichen. Einladungen sind so getroffen worden, daß ein repräsentativerQuerschnitt der Bevölkerung an dem Festakt teilnehmen kann.

Für alle Bürger, die keinen Einlaß finden können, ist durch eine Lautsprecheranlage die Möglichkeit gegeben, vor dem Astra-Theater den Ansprachen, Musuk- und Liedvorträgen zuzuhören. Von der Gemeindeverwaltung wird bedauert, daß es wegen der Kürze der Vorbereitungszeit nicht möglich war, auf dem Platz des ehemaligen Brockerhofes ein großes Zelt zu errichten.

Zahlreiche Gäste

Ihr Kommen zu dem Festakt haben die Vertreter verschiedener Landesbehörden zugesagt. Der Präsident der Bezirksregierung, Kurt Baurichter, hat sein Erscheinen zuge,sagt, ebenso der Kommunaldezernent der Bezirksregierung, Dr. Griese, aus der Kommunalgbteilung des Innenministeriums Ministerilaldirigent Dr. Eising, leitender Ministerialrat Dr. Grafe, Oberregierungsrat Dr. von Lobell und der persönliche Referent des Innenministers, Regierungsassessor Holthaus.

Der Bundestagsalbgeordnete unseres Kreises, Mathias Hoogen, kommt nach Lobberich, mit ihm der Landtagsabgeordnete Adolf Bex und der Stellvertreter des Landrats, Ecken.

Den Bischof von Aachen vertritt Ehrenidomherr Gerhard Frenken, die evangelische Kirche im Rheinland wird durch Pfarrer Lagemanns repräsentiert. Für den Nordrhein-Westfällschien Städtebunid ist der Präsiident, Dr. Georg Berkenhoff, in unserer Stadt, Grußworte des Gemeindetages Nord-Rhein überbringt Assessor Dahin. Oberschulrat Hassbach vom Schulkollegium Düsseldorf, Dipl. Ing. Hermelbracht, der Vorsitzende des Krefelder Arbeitsamtes und die Leiter verschiedener hoherer Behörden haben ihr Erscheinen zugesagt. Vertreten sind selbstverständlich neben dem Oberkreisdirektor auch die Bürgermeister und Gemeindedirektoren der Nachbargemeinden und Leiter verschiedener öffentlicher Institutionen in Lobberich.

Krankenhaus-Einweihung 30. August

Vom Sozialministerium in Düsseldorf ist der Gemeindeverwaltung bestätigt worden, daß das neue Marlenhospital am Sonntag, 30. August, seiner Bestimmung übergeben werden kann. Arbeits- und Sozialminister Grundmann wird dann nach Lobberich kommen.

Geschenke für älteste und jüngste Stadter

Besonders geehrt werden am Tage der Stadtwerdung Lobberichs älteste und jüngste Bürger. Bürgermeister und Stadtdirektor werden.Josef Thomas (99 Jahre) und Frau Maria Werth (98 Jahre) einen Besuch abstatten. Für den Lobbericher Erdenbürger, der am Freitagnachimittag nach 15 Uhr als jüngster Städter das Licht der Welt erblickt, hält die ebenfalls junge Stadt ein Sparkassenbuch mit einem ansehnlichen Betrag bereit. Ein Lobbericher Photohaus hat für den ersten neugeborenen Städter eine Kamera gestiftet. Für alle Lobbericher, die am Freitag Städter werden, schenkt ein Discount-Haus gratis Sekt aus.

Konzert auf dem Markt und im Park

Nach dem Festakt im Astra-Theater, der etwa gegen 17 Uhr beendet sein wird, konzertlert auf dem "Brockerhof" der Lobbericher Musikverein. Eine halbe Stunde später wird ,der Musikverein dann vor dem Rathaus spielen. Um 20 Uhr ist ein Wandelkonzert im Ingenhovenpark, das eine Polizeikapelle aus Köln und das Fanfarenkorps der Bundespost aus Mönchengladbach bestreitten. Auf dem Ingenhoven-Weiher werden Irrlichter ausgesetzt. An einigen Stellen wird der Park zusätzlich durch Magnesiumlichter beleuchtet. Bei Regenwetter müssen die Konzerte leider ausfallen. Sie können nicht in das Kolpinghaus verlegt werden.

Bitte die Häuser beflaggen

Die Gemeindeverwaltung bittet alle Bürger, am Tage der Stadtwerdung ihre Häuser zu beflaggen. Das soll nicht nur mit den Gemeindefahnen geschehen, sondern auch mit den kirchlichen Fahnen. Die junge Stadt soll einem "Flaggenmeer" gleichen und so einen festlichen Eindruck bei allen auswärtigen Besuchern hinterlassen. Auch Bürgersteige und Straßen sollen sauber sein.

Rundfunk und Fernsehen

Ein Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks war am Mittwochmittag und Donnerstag in Lobberich und hat Aufnahmen zu einem kurzen Film gemacht, der am Freitagabend in der Regionalsendung "Hier und Heute" gezeigt werden soll. Bei Redaktionsschluß stand noch nicht endgültig fest, ob der Westdeutsehe Rundfunk auch einen Funkreporter zum Festaakt schicken wird. Das sollte erst auf einer Konferenz am Donnerstagnach:mittag entschieden werden. Auch die überregionale Presse wird am Freitagmittag in Loibberich vertreten sein.

Großes Fest im nächsten Jahr

In großem nahmen gefeiert werden soll die Stadtwerdlung Im nächsten Jahr, wahrscheinlich zusammen mit dem Jubiläum der St. Sebastianus- St. Marien- Schützenbruiderschaft. Das Programm steht zwar noch nicht fest, doch weiß man heute schon, daß es nicht nur einen Tag oder nur ein Wochenende dauern soll. Fest steht dagegen schon, daß zwei "Brunnen" aufgebaut werden, aus denen kostenlos für die Bevölkerung Bier und Wein "sprudelt".

Polizeistunde aufgehoben

Das Ordnungsamt der Gemeinde hat anläßlich der Stadtwerdung Lobberichs die Polizeistunde in der Nacht vom Freitag auf den Samstag für alle Gaststätten innerhalb des Ortes aufgehoben.


Ein neuer Poststempel

In den nächsten Jahren werden alle Briefe, die auf der Post aufgegeben werden,
mit einem neuen Stempel entwertet, den die obenstehende Abbildung zeigt.

Programm des Festaktes

1.
Air aus der D-Dur-Suite von Johann Sebastian Bach

(Thürmer-Quartett Krefeld-Köln)

2.

a) "Freunde, laßt uns fröhlich singen" von H. Ophoven
b) "Heilig Heimatland" von Weiß

(MGV "Hoffnung" 1863, Dirigent: Johannes Heimes)

3.
Begrüßung durch Bürgermeister Hein Nicus

4.
Ubergabe der Urkunde über die Verleihung der Bezeichnung "Stadt" und Ansprache von Innenminister Willy Weyer

5.
Satz aus dem B-Dur-Streichquartett von Wolfgang Amadeus Mozart

(Thürmer-Quartett Krefeld-Köln)

6.
Grußwort und Ansprachen

a) Ehrendomherr, Dechant Gerhard Frenken für den Bischof von Aachen
b) Pfarrer Lagemanns für die evangelische Kirche im Rheinfand
c) Oberkreisdirektor R. Müller für den Landkreis Kempen-Krefeld
d) Dr. Berkenhoff für den Nordrhein-Westfälischen Städtebund
e) Assessor Dahrn für den Gemeindetag Nord-Rhein
f) Gemeindedirektor Dr. Müllenbusch für die Städte und Gemeinden des Kreisgebietes

7.
Schlußchor aus "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart

b) Chor der Wallfahrer aus "Die Lombarden" von Guiseppe Verdi

(MGV "Frohsinn" 1885 und Frauenchor, Dirigent: Dipl. Musiklehrer Johannes Menskes)

8.
Schlußworte von Stadtdirektor Hans-Willi Güßgen

9.
Thema und Variationen aus dem Kaiserquartett von Josef Haydn

(Thürmer-Quartett Krefeld-Köln)

zu den Hintergründen  der Stadtwerdung siehe auch


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